"Was ist das für ein Ding? Dies MARKETING."
40 Jahre Marketing für die niedersächsische Land- und Ernährungswirtschaft.
Eine Chronik in Stichworten anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Marketinggesellschaft (2009).
Das Zitat stammt von Georg, "Schorse", Diederichs, niedersächsischer Ministerpräsident von 1961 bis 1970. Diederichs war bekannt für seinen ausgeprägten Hang zum Reimen, mit dieser Frage eröffnete er seine Festrede anlässlich eines Empfangs der Marketinggesellschaft auf der Grünen Woche Berlin 1970.
1969
Sieben landwirtschaftsnahe Einrichtungen gründen in Abstimmung mit der Landesregierung den Marketingverein für niedersächsische Agrarprodukte. Der Auftrag: den Absatz selbiger Produkte 'mit den Mitteln des modernen Marketing zu fördern!' Als Verein? Einer Gesellschaft schon eher zuzutrauen. Die Umbenennung erfolgt, der Konzept- und Strategieansatz entsteht; auf einen einfachen Nenner gebracht lautet er: keine bunten Bildchen, kein Herkunftszeichen, sondern unternehmensbezogene Herangehensweise. Das kommt an.
>> Zum Jahresende sind bereits 75 Unternehmen und Vermarktungseinrichtungen vom niedersächsischen Marketingmodell überzeugt und zur Beteiligung an den Aktivitäten der ersten Marketinggesellschaft eines Bundeslandes entschlossen. <<
1970
Grüne Woche Berlin. Und grünes Licht für sechs weitere Ausstellungsvorhaben des Jahres.
Der Bedeutung des Marktes Berlin entsprechend (40% des Nahrungsmittelvolumens in Berlin kommen aus Niedersachsen) ist das Engagement der Marketinggesellschaft. Innerhalb der deutschen Gemeinschaftsschau stellt Niedersachsen das größte Ausstellerkontingent: 10 Anbieter belegen die Verkaufstresen, 70 weitere sind an einer Produktpräsentation beteiligt. 30 ehrenamtliche Werbehelferinnen – rekrutiert aus der niedersächsischen Landjugend und der roten Kostüme wegen auch "Rotkehlchen" genannt – unterstützen die Messeaktivitäten und die parallel laufenden Verkaufsaktionen in Berliner Handelsunternehmen.
>> Die 'Feuertaufe' ist bestanden; der Optimismus groß genug; sechs weitere Messeprojekte auf Verbraucher- und Fachmessen in Nord- und Süddeutschland erfolgversprechend anzugehen. <<
1971
Die 'Niedersächsische Warenbörse'. Das Marketing-Highlight der 70er- und 80er Jahre - wird aus der Taufe gehoben.
Exklusive Sortimentspräsentationen in deutschen Ballungsgebieten für die Einkäufer der Handelszentralen zu organisieren – das ist die innovative Idee. 41 niedersächsische Unternehmen können für das zunächst in Berlin stattfindende Experiment gewonnen werden. Voraussetzung für die Teilnahme: Hochrangige Standbesetzung in Person des Firmenchefs und des Vertriebsleiters ist Pflicht. Das Ergebnis: Einkäufer aus 61 führenden Handelsunternehmen, die zusammen über 90% des Lebensmittelumsatzes im Berliner Markt repräsentieren, besuchen die Börse.
>> Geschäftsbeziehungen werden vertieft und angebahnt; überaus erfolgreich – die Niedersachsenbörsen werden insgesamt 154 Mal veranstaltet. <<
1972
Raus aus den Kartoffeln. Rein in die Märkte.
Befragungen des Lebensmittelhandels in den Absatzmärkten Berlin und Rhein/Ruhr führen zu der Erkenntnis, dass die dortigen Einkäufer nur vage Vorstellungen über die Leistungsfähigkeit der niedersächsischen Anbieter, insbesondere von Speisekartoffeln, aber auch von Gemüse und Obst haben. In Abstimmungen mit Genossenschaftszentralen und Großhandelsunternehmen setzt die Marketinggesellschaft drei Verkaufsberater ein, die in einem auf drei Jahre befristeten Zeitraum akquisitorisch und beratend tätig werden.
>> Daraus ergeben sich eine Vielzahl von Anfragen sowie Verbesserungsvorschläge aus Kundensicht, die an Vermarktungsunternehmen weitergeleitet werden. <<
1973
Hanno der Niedersachse. Der neue Markenbotschafter.
Als 'Gutes vom Lande' bringendes Niedersachsenross übertrifft Hanno im Bekanntheitsgrad alles von der Marketinggesellschaft Initiierte. Aus der Feder einer Kinderbuchautorin geboren, wächst er schnell zu einem kräftigen Zugpferd der Verkaufsförderung heran. Der zeitgleich gegründeten Aktionsgemeinschaft, der 34 Unternehmen beitraten, dient er als Blickfang und als Marken-Botschafter. Er verpflichtet die Handelsunternehmen, niedersächsische Aktionsangebote mit den Marken der Hersteller auszuzeichnen. Eine Aktionsbedingung wie diese ist neu in der Verkaufsförderung.
>> Hanno sei Dank: Aus anonymen Billigangeboten – böse Zungen sagen: Schweinebauch-Anzeigen – wird Werbung für niedersächsische Qualitätsprodukte. <<
1974
Das Jahr in dem der Landesrechnungshof der Marketinggesellschaft seinen Segen erteilt.
Was ist das für ein Ding? Dies Marketing. Die Frage, die Niedersachsens Ministerpräsident Georg Diederichs schon 1970 ins Versmaß brachte, stellt sich verständlicherweise auch der niedersächsische Landesrechnungshof. Um sich seinen eigenen Reim darauf zu machen. Schließlich erhält die Marketinggesellschaft ja Landesmittel (alles andere als üppige – aber immerhin).
>> Nach eingehender Prüfung und persönlicher Inaugenscheinnahme der niedersächsischen Warenbörse in Hannover durch den Präsidenten des Rechnungshofes attestiert der Prüfbericht der Marketinggesellschaft „auf längere Sicht erfolgversprechende Zielvorstellungen“, „neue wirksame Methoden der Absatzförderung“ und „gute Kontakte zu Industrie und Handel“. <<
1975
Die Börse brummt. Die Kassen klingeln.
Wie zufrieden ist man unternehmensseitig mit den Verbundaktivitäten der Marketinggesellschaft? Anonymisierte Befragungen der Beteiligten sollen der Gradmesser sein. Beispiel Warenbörsen: Als Organisator erhält die Marketinggesellschaft die Note 1,2. Für die Durchführung gibt es eine 1,3. Die Besucherfrequenz beurteilen 90,5% der Aussteller mit sehr gut. Die Besucherqualität (sprich: Entscheidungskompetenz) wird mit sehr gut (82,5%) und gut (17,5%) beurteilt. Einen wesentlichen Beitrag der Börsen zur Festigung und zum Ausbau von Lieferbebeziehungen vermögen nur 4,8% der Beteiligten nicht festzustellen.
>> Wichtige Voraussetzungen für neue Aufträge bzw. Umsatzsteigerungen haben 79,4% der Unternehmen auf der Warenbörse geschaffen. Ähnlich ermutigend lesen sich Befragungsergebnisse der Bereiche Messen und Verkaufsförderung. Weiter so. <<
1976
Hanno – Info. Die Plattform für Unternehmensbotschaften an den Lebensmittelhandel.
Sachlich nüchtern, informativ – wie die Lebensmittel Zeitung. In Abstimmung mit dem Deutschen Fachverlag, Frankfurt, konzipiert die Marketinggesellschaft eine ganzseitige Anzeigenkampagne für die Lebensmittel Zeitung. In redaktioneller Aufmachung erscheinen unternehmensbezogene Meldungen der niedersächsischen Ernährungswirtschaft: Produktneuheiten und -weiterentwicklungen, Absatzerfolge, Personalien, Nachfragetrends etc. – alles geprüft auf Seriosität und verfasst von einem Redakteur.
>> Der Clou: eingefügte Statements von Führungskräften namhafter Handelsunternehmen loben die Aktivitäten der Marketinggesellschaft. Die Serie läuft über einen Zeitraum von drei Jahren. <<
1977
ANUGA, Köln. Wie die Marketinggesellschaft die niedersächsischen Aussteller aus der 'Käfighaltung' befreite.
Ob Konzern oder Spezialitätenhersteller - den ausstellenden Unternehmen in der deutschen Gemeinschaftsschau wird von jeher eine Ausstellungsfläche von 12 m² zugebilligt. Nach Auffassung der Marketinggesellschaft ist das nicht „artgerecht“: Für die niedersächsischen Firmen soll sich das fortan ändern. Nach zähen Verhandlungen mit der Köln Messe stehen 1977 die gewünschten 2000 m² der zuvor gegründeten Ausstellergemeinschaft zur Verfügung.
>> Dem allgemeinen Aufatmen von 38 Unternehmen folgte die positive Messebilanz: „Alle Erwartungen übertroffen“. <<
1978
Was nichts kostet das bringt auch nichts. Oder?
Manchmal irrt auch der Volksmund: Zum Beispiel im Fall der niedersächsischen Verbundaktivitäten; sprich Warenbörsen, Fachmessebeteiligungen, Verkaufsförderungsaktionen etc. Dass der zur Realisierung dieser Maßnahmenpakete erforderliche Organisationsaufwand nicht unbeträchtlich ist, leuchtet ein. Die Organisation kostet die teilnehmenden Unternehmen aber (so gut wie) nichts! Und dennoch bringt die Gratisleistung etwas: den Unternehmen Erfolg verheißende Marktaktivitäten, kostengünstig im Verbund, der Marketinggesellschaft ein deutliches Plus im Maßnahmenhaushalt, denn die Zahl der aktionsbeteiligten Unternehmen wächst kontinuierlich.
>> Konkret gesagt: innerhalb von vier Jahren ist das Haushaltsaufkommen um 40% gestiegen. Kein schlechter Erfolgsindikator. Oder? <<
1979
Niedersachsen macht die Grüne Woche grüner (und manches Bundesland gelb vor Neid).
Mit einer eigenen Länderhalle setzt Niedersachsen (als Berlins Nahrungsmittellieferant Nr. 1) neue Akzente im Grüne Woche-Trubel. Auf 2000 m² Hallenfläche versammelt die Marketinggesellschaft Spezialitätenanbieter, Tierzüchter und Landmaschinenhersteller. Die neue "Erlebnisschau Landwirtschaft" entlockt dem Messepublikum ein „det is ja dufte“. In diesem und in den folgenden Jahren zählt der Niedersachsenauftritt in den Besucherbefragungen zu den attraktivsten Hallen. Gemeinsam mit der vom Berliner Senat ausgerichteten Tierzuchthalle und der Blumenhalle bildet sie das Spitzentrio.
>> Im Vergleich mit den internationalen Länderhallen belegt Niedersachsen den 1. Platz in der Publikumsgunst. Einziger Wermutstropfen: Nicht jeder Messegast kann sich am beeindruckenden Niedersachsenauftritt erfreuen, denn mehrfach müssen wegen Überfüllung der Halle die Besucherströme umgeleitet werden. <<
1980
Neuartige Werbepläne werden geschmiedet, 'Hanno' neu beschlagen: Für den Ritt in die Höhle des Löwen...
Die Marketinggesellschaft, in puncto allgemeiner Verbraucherwerbung als eher zurückhaltend bekannt, konzipiert nach ermunternden Signalen aus der Ernährungswirtschaft zwei Kampagnen, die im Folgejahr starten sollen: eine im Fernsehen, die andere im Hörfunk. Für den Bildschirm ist 'Hanno' das prädestinierte Zugpferd. Für die Radiohörer ist ein "Markttelegramm" geplant. Das Paradepferd bleibt im Stall, denn für das Ohr hat es wenig zu bieten. Zum Highlight des Jahres gerät die "Eroberung" der 'Bayernhalle' durch die niedersächsische Ausstellergemeinschaft auf der Münchener Lebensmittelmesse IKOFA (dem süddeutschen Pendant zur Kölner ANUGA).
>> Die 36 ausstellenden Unternehmen feiern einen glänzenden Messeerfolg in der Höhle des bayerischen Löwen und übertreffen – ganz nebenbei – die Messeauftritte von Dänemark, Holland und Frankreich. <<
1981
Wie die Marketinggesellschaft mittelständischen Unternehmern die TV-Werbung schmackhaft machte.
Werbefernsehen? Nach landläufiger Meinung eine Sache der Markenartikler. Die hohen Kosten – ein zu großer Happen für die Mittelständischen. Wirklich? Wie wär's mit einer Kostprobe? Zehn Unternehmen wollen es probieren. Das von der Marketinggesellschaft entworfene 'Verbundkonzept' mit Hanno als 'Präsenter' ermöglicht 45 Sendeminuten per anno zu akzeptablen Kosten.
>> Zugegeben, preisverdächtig für Cannes sind unsere Spots nicht unbedingt, aber die Mehrzahl der Unternehmen ist auf den Geschmack gekommen: Nach drei Jahren im Verbund werben sie in Eigenregie weiter. Nach eigenem Gusto. Gut so! <<
1982
Hört, hört ...das Markttelegramm der Marketinggesellschaft für niedersächsische Agrarprodukte...
so tönt es über drei Jahre aus Radiolautsprechern in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Berlin. Die Funkwerbung der Marketinggesellschaft – als kostengünstige Alternative zum Werbefernsehen – gibt den niedersächsischen Unternehmen die Möglichkeit, über eine quasi neutrale Instanz Produktvorteile und -besonderheiten ausloben zu lassen. Dass die sachlich vorgetragenen Argumente Gehör finden, beweist z.B. die Apfelwerbung: die jeweils beworbene Sorte wird bei den Obsthändlern deutlich stärker nachgefragt.
>> Insgesamt schreibt die Statistik den 395 ausgestrahlten Spots knapp 400 Mio. Hörerkontakte zu. <<
1983
Tierisch gut gelaufen. Absatz- und Imageförderung zum Nutzen der Tierzucht.
Nach Jahren intensiver Messeaktivitäten für die heimische Ernährungswirtschaft ist es an der Zeit, entsprechende Konzepte für die niedersächsische Tierzucht umzusetzen. Als erste am Start: die Pferdezuchtverbände mit Auftritten auf der Royal-Show Kenilworth, Equitana Essen, Euro Cheval Offenburg, Pferd & Jagd Hannover. Rinder-, Schweine- und Schafzüchter folgen und präsentieren in den nächsten Jahren Verkaufskollektionen auf DLG-Schauen in München und Frankfurt, den Landwirtschaftsmessen im österreichischen Wels und in Ried sowie auf der Nord-Agrar in Hannover.
>> Gute Image- und Verkaufserfolge belohnen die Messeaktivitäten der 14 beteiligten Zuchtverbände. <<
1984
Fleischmarken schaffen Vertrauen.
Im Jahr der 100. Warenbörse (inzwischen fast ein Selbstläufer in Sachen Effektivität) liegt einer der Arbeitsschwerpunkte der Marketinggesellschaft in der Marktstabilisierung diverser Erzeugergemeinschafen. Insbesondere die markenführenden Organisationen im Bereich Schweinefleisch, wie z.B. die Bauernsiegel Erzeugergemeinschaft Uelzen und die EGO Osnabrück, brauchen Konzepte und Maßnahmen zur Kundenbindung auf den Ebenen Lebensmittelhandel, Fleischerfachgeschäfte und Konsumenten. Auch weniger weit entwickelte Erzeugerzusammenschlüsse in anderen Produktbereichen melden Beratungsbedarf an. Konzepte zur Produktprofilierung und Markteinführungsmaßnahmen stehen hier im Vordergrund.
>> Für qualitätsorientierte Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels werden die ersten Eigenmarken entwickelt. <<
1985
Die Herstellermarke hat Priorität! Ohne wenn und aber.
Die Marketinggesellschaft ist bekannt für ihr distanziertes Verhältnis zu Güte- und Herkunftszeichen. Neutrale Untersuchungen untermauern ihre Skepsis. So ergibt eine Einkäuferbefragung von 30 namhaften Handelsunternehmen, dass derartige Zeichen unter den möglichen Listungskriterien an letzter Stelle rangieren. Aus einer Verbraucherbefragung wird deutlich, dass zwei Drittel der Befragten einen Einfluss allgemeiner Herkunfts- und wenig transparenter Gütezeichen auf die Kaufentscheidung verneinen. Wenig Akzeptanz finden auch Gemeinschaftsmarken wie etwa 'Unsere gute Butter' oder 'Ackergold'.
>> Trotz massiver Werbeunterstützung blieb ihnen der Markterfolg versagt. Das erklärt, weshalb Unternehmensmarken bei den Aktivitäten der Marketinggesellschaft eine zentrale Bedeutung haben. <<
1986
Warum es an der Zeit ist, den identifizierten Produkttest zu erfinden.
Im SB-Geschäft kommt der Markenakzeptanz sowie der Packungsaufmachung zentrale Bedeutung zu. Deshalb ist – über die Bewertung der Produktqualität hinaus - zu ermitteln, in welchem Maße Erzeugnisse niedersächsischer Unternehmen den SB-Anforderungen gerecht werden. "Identifizierbar" tritt das niedersächsische Produkt im Test gegen zwei Konkurrenten (die der Produzent selbst bestimmt) an. Positive Ergebnisse propagiert die Marketinggesellschaft im neuen 'Hanno-Report', der 3000 Entscheidungsträger im LEH anspricht. Flops sind ein Anlass zum Nachdenken beim Produzenten.
>> Nach anfänglicher verständlicher Skepsis finden die Testberichte eine bemerkenswerte Akzeptanz im Handel. Laut Umfrageergebnis werden sie von 82% der Empfänger als "Hilfe bei Einkaufsentscheidungen" bewertet. <<
1987
Wer 'Die Pflückfrischen' anbietet hat nicht mit Zitronen gehandelt.
Die Wortschöpfung steht als Erzeugermarke für Erdbeeren aus den Selbstpflückanlagen einer Gruppe von Landwirten. Deren Intention: Heraus aus der Namenlosigkeit, Profil gewinnen auf der Basis definierter Qualitätskriterien. Das Konzept, einschließlich Logo, liefert die Marketinggesellschaft. Nach ähnlichem Muster wird ein Konzept für Anbauer von Kultur-Heidelbeeren (sprich: „Die dicken Blauen“) maßgeschneidert und ihnen damit zu deutlich gesteigerter Marktpräsenz verholfen. Weitere Projekte im Bereich der Direktvermarktung folgen.
>> Fazit: Dem tragfähigen Konzept muss der ausdauernde Wille des Erzeugers zur Umsetzung folgen. Dann erst lebt die Marke. Bei den 'Pflückfrischen' und 'den dicken Blauen' bis heute. <<
1988
Ein Jahr im Zeichen der Marketingberatung und der Markt- und Meinungsforschung.
Die Marketingberatung landwirtschaftlicher Erzeugerzusammenschlüsse und Vermarktungsunternehmen nimmt einen stetig wachsenden Anteil an der Gesamtarbeitsleistung der Marketinggesellschaft ein. 4.500 Beratungsstunden, das sind rund 50% der vorhandenen Kapazität gehen auf das Konto zwölf intensiv zu betreuender Projekte. Die Restkapazität nimmt die Vorbereitung dreizehn neuer Projekte, vornehmlich im pflanzlichen Bereich, in Anspruch. Zur Beantwortung von Markt- und Marketingfragen werden 23 Studien im Bereich der Primärforschung durchgeführt. Auftraggeber sind Unternehmen der Landwirtschaft, der Ernährungsindustrie und das Landwirtschaftsministerium.
>> Auch das Interesse an Vorträgen und Seminaren zum Thema Marketingforschung und -beratung wächst. Nicht nur in Niedersachsen. Anfragen liegen auch aus sechs anderen Bundesländern vor. <<
1989
Das Jahr des Mauerfalls. Die Ernährungswirtschaft sieht Neuland.
Wie schon so oft: Die niedersächsischen Unternehmen haben die Nase vorn, dank Starthilfe der Marketinggesellschaft. So findet bereits am 14. Dezember 1989 die erste niedersächsische Warenbörse in der Noch-DDR statt: im Internationalen Handelszentrum Ostberlins. Ihr Erfolg hat Konsequenzen: Nach 20 Jahren Börsentournee durch das Bundesgebiet, soll neues Terrain betreten werden. 60 Unternehmen zieht es im Folgejahr in die neuen Bundesländer: Börsen in Berlin, Rostock, Magdeburg, Leipzig, Chemnitz, Dresden und Suhl sind für zwei Jahre die Ankerpunkte niedersächsischer Ost-Aktivitäten.
>> Die 154. Niedersächsische Warenbörse, abgehalten in Suhl, setzt dann den Schlusspunkt unter eine "Legende" der Absatzförderung. Oft kopiert, nie erreicht – die Konzentration in der deutschen Handelslandschaft fordert ihren Tribut. <<
1990
Osten, Süden, Westen - Niedersachsen ist präsent...
Auf der CIBUS-Parma – Italiens renommiertester Fachmesse für Lebensmittel – organisiert die Marketinggesellschaft zusammen mit dem Landkreis Lüchow Dannenberg den Auftritt von Unternehmen aus den Branchen Frischfleisch und Kartoffelprodukte. Auf dem SIAL Paris (neben der ANUGA Köln die weltweit größte Fachmesse für Nahrungsmittel) wird für die 18 teilnehmenden niedersächsischen Unternehmen ein neues Messekonzept realisiert. Es ermöglicht die Platzierung der Aussteller in produktspezifischen Fachbereichen.
>> Die niedersächsischen Unternehmen sind als Ausstellergruppen in den Bereichen Fleisch- und Wurstwaren, Tiefkühlkost, Feinkost, Fisch und Getränke präsent. <<
1991
Hochkonjunktur in der Verkaufsförderung. Und ein neues Fachmessekonzept.
'Hanno der Niedersachse' leistet Schwerstarbeit. In 182 Vkf-Aktionen hat er die Aufmerksamkeit auf die Angebote von 60 niedersächsischen Unternehmen in 27.000 Einzelhandelsmärkten im ganzen Bundesgebiet gelenkt. Rewe, Edeka, Spar, Hertie, Plaza, Tengelmann, Coop, Kaufmarkt – um nur einige zu nennen – sind die Aktionspartner. Auf der Großhandelsschiene fahren Metro und Ratio Hanno-Aktionen. Den Einkäufern der Handelspartner kommen die niedersächsischen Unternehmen nicht nur mit attraktiven Aktionsangeboten entgegen, sondern auch mit ihrem besucherfreundlich konzipierten Messeauftritt auf der ANUGA Köln.
>> In Ausstellergruppen, aufgeteilt in den Fachbereichen dieser weltweit bedeutendsten Nahrungsmittelmesse, sind die 45 Unternehmen der niedersächsischen Ausstellergemeinschaft gut aufgestellt. Kurze Wege für die Facheinkäufer, höhere Besucherfrequenz an den Ständen – das Konzept kommt an. <<
1992
Die Öko-Welle nimmt Fahrt auf. Wer profitieren will muss schwimmen können.
Das Beratungsangebot der Marketinggesellschaft soll helfen, im aufkommenden Wettbewerb den Kopf über Wasser zu halten. Bereits 1991 entwickelt sie für die Bioland GmbH Nord ein Werbe- und Absatzförderungskonzept, das die Voraussetzungen für die Profilierung der Marke und den Markterfolg in den 90er Jahren schafft. In gleichem Maße ist die Marketinggesellschaft an der Markteinführung der Marke Ökoland beteiligt. Zeitgleich unterstützt sie Werbeaktivitäten der Wendland Kooperative. Aus dem Bereich der artgerechten Tierhaltung zählt die Neuland GmbH, Lüneburg, zur Marketingklientel.
>> Unterstützt werden auch Initiativen der umweltschonenden Erzeugung wie z.B. der Kartoffelanbau im Wasserschutzgebiet Fuhrberger Feld. <<
1993
Ein neues Marketingkonzept für das Alte Land.
Das Alte Land – Kerngebiet des Obstanbaus an der Niederelbe – ist bekannt für Sortenvielfalt, exzellente Produktqualität, traditionsbewusste Erzeuger und eine zersplitterte Vermarktungsstruktur. Letztere Merkmale verhinderten allerdings die zahlreichen Anläufe der Marketinggesellschaft - seit1969 - ein tragfähiges werbliches "Gebietskonzept" durchzusetzen. Mit Einführung des 'integrierten Anbaus' sind jetzt die gemeinsame Basis und der Etat für die Entwicklung und Umsetzung der Werbestrategien gegeben. Die Marketinggesellschaft konzipiert das neue Gebietszeichen und bereitet die Gründung einer Werbegemeinschaft vor, in der Erzeuger und Vermarkter sich – wie soll man sagen – zusammenraufen.
>> Unter dem Vorsitz der 'neutralen' Marketinggesellschaft werden in den folgenden Jahren zahlreiche Marktaktivitäten auf den Weg gebracht. Parallel dazu relauncht die Marketinggesellschaft das in die Jahre gekommene Corporate Design der Elbe Obst Erzeugerorganisation. <<
1994
InterCool: Die Fachmesse für kühle Rechner.
Die Messe Düsseldorf, im Nahrungsmittelbereich bekannt geworden durch die Spezialmesse InterMopro, veranstaltet nach den Erfolgen der Molkereiwirtschaft die auf Tiefkühlkost spezialisierte InterCool. Die Bereitschaft niedersächsischer Branchenvertreter, sich an einem Niedersachsenstand zu beteiligen, ist groß. Man hat den kostengünstigen 'Gemeinschaftstarif' vor Augen und natürlich den Service der Marketinggesellschaft. 14 Aussteller belegen eine Fläche von 800 m³ und zeigen sich mit dem Messeresultat hoch zufrieden. 2 Jahre später hat auch die Fleischwarenindustrie mit der "InterMeat" ihre Spezialmesse in Düsseldorf.
>> 13 fleischverarbeitende Unternehmer – ebenfalls coole Rechner – sind auf dem Niedersachsenstand vertreten. Offenbar erfolgreich: Die Ausstellergemeinschaften wachsen kontinuierlich. <<
1995
Stärke aufbauen für den Wettbewerb. In Erzeugergemeinschaften.
Nach fester Überzeugung der Marketinggesellschaft sind funktionierende Erzeugergemeinschaften der Schlüssel zur Lösung zahlreicher Markt- und Absatzprobleme; sowohl auf Seiten der Landwirte wie auch auf der Abnehmerseite. Entsprechend groß ist bereits seit 1969, dem Jahr des Inkrafttretens des Marktstrukturgesetzes, das Engagement der Marketinggesellschaft, im Aufbau befindliche oder schon agierende Erzeugergemeinschaften und -zusammenschlüsse mit Rat und Tat zu unterstützen. Das professionelle Beratungsangebot, sowohl im formalen als auch im strategischen Bereich, ist praxisnah und marktorientiert. Grundlagen hierfür liefert auch eine seit 1992 im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums in Hannover durchgeführte jährliche Befragung aller niedersächsischen Erzeugergemeinschaften.
>> Ab 1996 bezieht die Landesregierung die Marketinggesellschaft in das Anerkennungsverfahren für neue Erzeugergemeinschaften ein. <<
1996
Devise des Jahres: Exportförderung.
Abgesehen von der Beschickung der Fachmessen InterCool und InterMeat in Düsseldorf spielen sich die Messeaktivitäten der Marketinggesellschaft für die Ernährungsindustrie im Ausland ab. Das Programm: Prodexpo in Moskau, Polagra in Poznan, SIAL in Paris und Foodapest in Budapest. 22 Unternehmen sind daran beteiligt. Die einen exportieren schon, die anderen sind auslandsunerfahren. Entsprechend fällt das Resümee aus. Die eine Seite verbucht Exporterfolge, die andere sammelt Auslandserfahrung.
>> Zuhause bleibt es beim Bewährten: Grüne Woche Berlin und Infa Hannover, dazu im landwirtschaftlichen Bereich: Tier und Technik in Oldenburg sowie die Eurotier in Hannover. So weit, so gut – und kein bisschen messemüde. <<
1997
Fördern und Fordern.
Neben dem durch Satzung und Aufgabenzuweisung vorgegebenen Arbeitsbereich stellt die Marketinggesellschaft ihr Know-how auch in den Dienst spezieller Fördervorhaben des Landes: bis Ende der 80er Jahre in einzelne Forschungs- und Studienprojekte, mit Beginn der 90er Jahre in das Pilotprojekt "Marktausrichtung landwirtschaftlicher Betriebe". Ein siebenstelliger Betrag fließt in knapp 30 Projekte, für die personalintensive Konzeptionen entwickelt und umgesetzt werden.
>> In der Folgezeit wirkt die Marketinggesellschaft auch bei Projekten auf der Grundlage von "Ziel 5b" und "LEADER II" mit. Im sogenannten "zentral-regionalen Marketing" koordiniert sie seit 1990 die anstehenden Absatzförderungsprojekte des Landes und der CMA. <<
1998
Ab jetzt heißt es: 'Qualität ist unser Zugpferd'.
Nach 20 Jahren treuer Spanndienste muss 'Hanno der Niedersachse' das Feld der Verkaufsförderung verlassen. Kein Pardon, so hoch sein Bekanntheitsgrad auch ist. Die dynamische Entwicklung im LEH verlangt, dass neue Zeichen gesetzt werden: Dies geschieht durch die Umstrukturierung des alten Hanno-Verbundes in eine flexible Jahreswerbegemeinschaft. Ihr Aktionsmotto: Niedersachsen – Qualität ist unser Zugpferd. Das Bildmotiv: natürlich ein Pferd; farbenfroh, dynamisch, auffallend – dem Zeitgeist entsprechend. Die Aktionsbilanz knüpft nahtlos an die Erfolge der Vergangenheit an. Die 167 durchgeführten Aktionen erbrachten den geschätzten Mehrumsatz von 157 Mio. DM bei den beworbenen Produkten.
>> Anmerkung: Die Schlachtbank bleibt 'Hanno' erspart. Er steht bis heute im Dienst der Arbeitsgemeinschaft 'Urlaub & Freizeit auf dem Lande', der über 300 Ferienhöfe angehören. <<
1999
Neue Medien werden genutzt – selbstverständlich.
m Auftrag des Landwirtschaftsministeriums entwickelt die Marketinggesellschaft zwei Auflagen einer CD-ROM für eine Exportoffensive der Ernährungsindustrie, landwirtschaftlicher Vermarkter und Zulieferer. 227 exportierende Unternehmen werden abgefragt, ihr Produkt- und Leistungsangebot in 13 Sprachen übersetzt. Die CD-ROM wird weltweit vertrieben: Alle deutschen Botschaften und Generalkonsulate sowie Außenhandelskammern und ähnliche Einrichtungen erhalten Exemplare für ihre Wirtschaftskontakte - und ordern teilweise kräftig nach. Für die Tierärztliche Hochschule wird eine virtuelle wissenschaftliche Konferenz im Internet zu Themen der modernen Tierhaltung eingerichtet.
>> Das Ziel: Steigerung der Verbraucherakzeptanz gegenüber nachhaltiger Tierproduktion. Der Aufklärungsbedarf spiegelt sich in der für die Öffentlichkeit eingerichteten Internetpräsenz wider; die zeitweilig monatlich über 12.000 Mal besucht wird. <<
2000
EXPO 2000: Auch Schauen macht hungrig.
Aktionswochen der Marketinggesellschaft in der Gastronomie auf dem EXPO-Gelände und im Lebensmittelmarkt der Galeria Kaufhof helfen mit, den Appetit der Gäste Hannovers zu stillen; zur Freude der niedersächsischen Nahrungsmittellieferanten. Mit der Beteiligung an der agri-EXPO-cultura 2000 wagt die Marketinggesellschaft auch einen Abstecher in die Welt der Kunst. Sie organisiert die Landesbeteiligung eines Wettbewerbs, in dem sich Studenten aus Hochschulen für bildende Künste mit den Themen Landwirtschaft und Ernährung künstlerisch auseinandersetzen. Die Sieger, gekürt von einer hochrangig besetzten Jury und belohnt mit der Ausstellung der Kunstobjekte im EXPO-Themenpark Ernährung, werden von Landwirtschaftsminister Uwe Bartels mit Preisen ausgezeichnet.
>> Ansonsten bleibt die Marketinggesellschaft bei ihren Leisten: Marketingberatung in Niedersachsen, Absatzförderung auf Messen und im LEH bundesweit. <<
2001
Networking mit Hochkarätern.
Seit Juni 2000 will es die Satzung, dass die Marketinggesellschaft in ihrer Ausrichtung zur Ernährungswirtschaft von einem Beirat unterstützt und beraten wird. Vorrangig sollen die absatzorientierten Handelsbeziehungen zwischen der niedersächsischen Landwirtschaft einerseits und den Marktpartnern wie Handel, Industrie und Gewerbe andererseits induziert, gepflegt und vertieft werden. Das 14-köpfige, von der Mitgliederversammlung berufene Gremium ist mit Unternehmerpersönlichkeiten und Führungskräften aus der Ernährungswirtschaft hochkarätig besetzt. An den mindestens einmal jährlich einzuberufenden Sitzungen nehmen als ständige Gäste der niedersächsische Landwirtschaftsminister und der Vorsitzende der Marketinggesellschaft teil – mit dem "Recht, jederzeit gehört zu werden".
>> Das schließt nicht aus, dass die Gäste ihrerseits ein offenes Ohr für die Belange der Wirtschaft haben. <<
2002
Regionalität kontra Globalisierung. Marketing zwischen Welt- und Bauernmarkt.
Die regionale Spezialität liegt im Trend, das preisgünstige, industriell erzeugte Nahrungsmittel ebenso. Die Ambivalenz des Verbrauchers, sein situatives Kaufverhalten stellen an das Marketing unterschiedliche Anforderungen. Im Falle Niedersachsens – einem Land, das weit mehr Agrarrohstoffe und Lebensmittel erzeugt als hier verbraucht werden – ist Marketing mit Augenmaß angesagt. Dabei nimmt die Förderung der Landesspezialitäten den gebührenden Platz ein.
>> Diepholzer Gans, Bentheimer Schwein, Salzwiesenkalb oder Heidschnucken - um nur einige Beispiele zu nennen – die Marketinggesellschaft berät, unterstützt und eröffnet neue Absatzwege – zuweilen bis in die Regale des Lebensmittelhandels, der Medienberichten zufolge, den "Verkaufsschlager Heimat" für sich entdeckt hat. <<
2003
Das niedersächsische Ausstellungskonzept, jetzt auch mit Öko-Siegel.
Das im Fachmessebereich seit den 70er Jahren bewährte "Niedersachsen-Konzept" findet auch Anklang bei den Bio-Betrieben. Ort der Premiere: die BioFach in Nürnberg. Nicht weniger professionell als die Kollegen aus dem "konventionellen" Bereich präsentieren sich ein Dutzend Öko-Betriebe der Fachwelt. Auf dem mit 160 qm (zunächst) bescheidenen "Niedersachsen-Biotop" herrscht Premierenstimmung. Stetiges Wachstum in der Folge: Bei heutigen Messeauftritten machen sich die Niedersachsen auf fast 500 m³ breit.
>> In Richtung Endverbraucher unterstützt die Marketinggesellschaft Aktivitäten in den Regionen. Ein Beispiel dafür sind jährliche Öko-Aktionstage, die von der Marketinggesellschaft organisiert werden. <<
2004
Funktionsbezogenes Lebensmittelmarketing. Was soll bewirkt werden?
Ein Blick zurück: 35 Jahre lang wurde im "Basismarketing" warenbezogen operiert. Experten- und Fachwissen in den Bereichen Vieh und Fleisch, Getreide, Obst und Gemüse, nachwachsende Rohstoffe etc. bilden die Grundlage. Der neue Ansatz lautet: "Marketing- und Organisationsentwicklung". Er steht für professionellen, stufen- und warenübergreifenden Einsatz des Marketinginstrumentariums.
>> Gestartet wird im Bereich des Qualitätsmanagements; es folgen neuartige PR- und Imageaktionen, sowie Marktforschungsprojekte und Monitorings. Übergreifend auch die Marketingberatung in Sachen Geoschutz, regionale Identität und Cross-Selling. <<
2005
Sponsoring. Schlagwort oder Marketinginstrument?
Die Antwort haben Markt- und Meinungsforscher parat: Für mehr als 80% der ernährungswirtschaftlichen Unternehmer ist das Sponsoring ein Teil des Marketings mit steigender Tendenz - und Beratungsbedarf. Grund genug für die Marketinggesellschaft sich diesem Thema anzunähern: durch "learning by doing". Gelegenheit dazu eröffneten die Kunstausstellungen der niedersächsischen Landesvertretung, der "Tag der europäischen Region" und die Reisen des Ministerpräsidenten zum Tag der deutschen Einheit. Und nicht zuletzt, die ehrenamtlichen und kostenlos zu verpflegenden 4.500 Helfer des 30. Deutschen evangelischen Kirchentages.
>> Image-Fazit: Wo Niedersachsen sind, ist die Land- und Ernährungswirtschaft nicht weit. <<
2006
Das Agrarprodukt ist out, das Lebensmittel in.
Die "Marketinggesellschaft für niedersächsische Agrarprodukte" – so getauft von ihren Gründungsvätern – ist dem in der Namensgebung manifestierten Aufgabenbereich längst entwachsen. So ist es an der Zeit, auch im Namen zu dokumentieren, dass ihre Marketingaktivitäten auf die Land- und Ernährungswirtschaft ausgerichtet sind. Nomen est Omen: Nicht nur für die Außendarstellung der Marketinggesellschaft von Bedeutung, sondern auch für die Grundhaltung der Gesellschafter und das Selbstverständnis der Akteure. Neues Denken im Marketing für land- und ernährungswirtschaftlich erzeugte Lebensmittel – der Weg ist das Ziel.
>> Die Marketinggesellschaft heißt nun: Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V. <<
2007
Die Marketinggesellschaft stellt sich der Konkurrenz. Und gewinnt.
Nach dem Zuschlag in einer europaweiten Ausschreibung des Marketingvertrages des Landes Niedersachsen ist ein umfänglicher Relaunch angesagt. Auf veränderter Finanzgrundlage (festgeschrieben auf fünf Jahre) ist das Aufgabengebiet gründlich zu durchforsten (nicht unbedingt freiwillig, aber der Sparwille des Landes geht auch an der Marketinggesellschaft nicht spurlos vorbei) und personelle Anpassungen sind zu vollziehen. Das Marketing-Know-how konzentriert sich jetzt auf eine 12köpfige Crew. Nebenbei zieht man in neue Geschäftsräume um, und bringt das neue Logo an: unter einer Wort-Bild-Marke beginnt ein neuer Abschnitt in der Marketing-Ära.
>> In der Verkaufsförderung heißt es jetzt: Niedersachsen …das hat was! entsprechend glänzen die Werbemittel im neuen Design. <<
2008
Rahmenbedingungen mit gestalten. Für effizientes Marketing.
Die Marketinggesellschaft verstand sich von ihrer Gründung bis heute als Scharnier zwischen Politik, Administration, den Organisationen und der Wirtschaft. Sie kann das tun, weil sie als neutral, unabhängig und unparteiisch eingeschätzt wird. Ihrer Scharnierfunktion wird sie durch intensive Kommunikation gerecht: in Gesprächsforen der Landesregierung und der Wirtschaft, als Inputgeber in Sachen Binnen- und Exportmärkte, auf Delegationsreisen und bei Repräsentationsanlässen; oder in zahllosen Vortragsveranstaltungen, Seminaren und Workshops.
>> Last but not least wird ein neues Arbeitsfeld "Public Affairs" kreiert und von der Wirtschaft angenommen: Kommunikation jenseits der werblichen Aussagen zur Gestaltung von Rahmenbedingungen. <<
2009
40 Jahre Marketinggesellschaft. Eine niedersächsische Zwischenbilanz.
2009 – das Jahr des Rückblicks auf das in 40 Jahren Geleistete (Wat mut, dat mut). Misst man den Wert der Marketingarbeit am Grad der Kundenzufriedenheit, können die niedersächsische Marketinggesellschaft, ihr Auftraggeber und ihre Trägerorganisationen eine durchaus positive Bilanz ziehen. Kein Grund zum Ausruhen. Lösen wir den Blick vom Rückspiegel und blicken nach vorn: Was müssen Strategien und Konzepte beinhalten, um der Devise "Wir fördern Wachstum" auch künftig gerecht zu werden?
>> Das Ende der CMA, der großen Schwester im zentralen Agrarmarketing, stärkt einen Moment lang das eigene Selbstwertgefühl, stellt die Bundesländer aber auch vor neue Herausforderungen. In Niedersachsen ist man gerüstet. <<




