Blick ins Publikum: Tagung Zukunftswerkstatt Grüne Woche Berlin. Bild: Wagenzik

Zukunftswerkstatt 2020: "Nicht immer nur alles nicht wollen."

Knapp 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten hochinteressante Statements und eine spannende Diskussion auf dem Podium der Tagung „Zukunftswerkstatt der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft“, die am Mittwoch, 22. Januar, am Rande der Internationalen Grünen Woche 2020 in Berlin stattfand. Wie geht es weiter im Agri-Food-Sektor, was sind die Treiber der Veränderungen, welche Lösungsansätze gibt es, wie groß ist der Zeitdruck für nötige Anpassungen? Das waren die Fragen, mit denen sich zehn Experten aus der Branche auf dem Podium auseinandersetzten. Viel Applaus bekam Ministerpräsident Stephan Weil für sein engagiertes Bekenntnis zur niedersächsischen Agri-Food-Branche am Schluss der gut dreistündigen Tagung.

Es besteht dringender Handlungsbedarf, und zwar jetzt und nicht irgendwann,“ so die Essenz aus den Diskussionsbeiträgen der Experten auf dem Podium. Eine weitere zentrale Forderung aller Experten: Die Diskussion um die Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft muss endlich ohne ideologische Blockaden geführt werden. An Vorschlägen für konkrete Lösungen mangelt es nicht – und auch nicht an Warnungen. „Wir werden technologisch gerade rechts und links überholt“, warnte etwa der Vechtaer Professor Nick Lin-Hi. Statt nur über moralische Fragen zu diskutieren, brauche es Technologien und Anreize, um mit menschlichen Schwächen, wie zum Beispiel der Lebensmittelverschwendung, umzugehen. Dr. Christian Janze, Agrarexperte der Unternehmensberatungsgesellschaft EY, brachte die Stimmung auf dem Podium auf dem Punkt: „Wir haben in Niedersachsen ein riesiges Potenzial. Wir dürfen aber nicht immer nur alles nicht wollen.“

Ulrich Löhr, Vorstandsvorsitzender der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft, die die Tagung veranstaltete, forderte in seiner Begrüßung vor allem von der Bundesregierung verlässliche Vorgaben und eine auch langfristig verbindliche Strategie. Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast plädierte erneut für einen neuen Gesellschaftsvertrag zwischen Landwirten und allen anderen gesellschaftlichen Gruppen: „Wir sind mitten in einem Umwälzungsprozess, den die Landwirtschaft in dieser Form und diesem Umfang noch nicht erlebt hat. In Niedersachsen bringen wir derzeit Ackerbau-, Nutztier- und Klimaschutz-Strategien voran, um die gesellschaftliche Akzeptanz der modernen Landwirtschaft zu stärken. Diese Strategien sind das Fundament eines Gesellschaftsvertrags, der die Ziele einer modernen Landwirtschaft klar definiert, Zeiträume für die Umsetzung benennt sowie Finanzierungsmodelle aufzeigt,“ so die Ministerin.

Programm und Referenten der Tagung unter http://www.zukunftswerkstatt-agribusiness.dewww.zukunftswerkstatt-agribussiness.de

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